Aus kargem Boden wird fruchtbare Ackerfläche – Braunkohle als Bodenverbesserer

Guido van den Berg besucht Novihum Technologies GmbH Bild: Ruben Famula

Letzte Woche besuchte ich die Novihum Technologies GmbH und deren Produktionsstätte in Dortmund. Die im Dortmunder Norden ansässige Firma hat sich auf eine ökologische Nutzung von Braunkohle bzw. Braunkohlestaub spezialisiert. Hier zeigt sich wieder, dass man Braunkohle nicht mehr nur als eindimensionalen Rohstoff verstehen darf, der „nur“ zum Verbrennen gut ist. Die vielseitigen Forschungsanstrengungen, die von verschiedenen Unternehmen in diesem Bereich unternommen werden, haben schon zu sehr interessanten Ergebnissen geführt.

Mittels diverser chemischer Verfahren ist Novihum in der Lage, die natürliche Humusbildung in kurzer Zeit nachzuvollziehen und somit einen Stoff herzustellen, der dem natürlichen Humus sehr nahe kommt. Das granulatähnliche Endprodukt soll vor allem bei der Rekultivierung von Böden helfen. Mögliche Einsatzgebiete sind primär unwirtliche, trockene oder sandige Böden.

Die Vielseitigkeit der Braunkohle wird sichtbar, wenn man sich die mögliche Anwendungsbereiche wie zum Beispiel in der Chemieindustrie vor Auge führt. Statt bloßem Verbrennen für die Energieerzeugung, können mit der Braunkohle innovative Lösungsansätze für große Weltprobleme wie Welthunger und fortschreitende Versteppung der Böden angegangen werden.

Im Oman gelang es bereits, einen totgeglaubten Boden tatsächlich wieder zu begrünen. Auch für das Braunkohlerevier sind die Nutzungsmöglichkeiten vielfältig. Inaktive Tagebauflächen konnten in kurzer Zeit wieder kultiviert werden, um Landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Eine Tagebauhalde diente bereits als Versuchsfläche: „Der Boden dort kann eigentlich erst nach sieben oder acht Jahren wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Wir konnten mit Novihum bereits im zweiten Jahr eine normale Weizenernte erzielen.“, sagt der Unternehmensgründer Peter Langer.

Die Firma Novihum plant aktuell eine Produktionsausweitung in Dortmund. Sollten sich die Absatzerwartungen erfüllen, sei auch eine Expansion denkbar, die das Unternehmen näher an ihren Rohstoff führt. Ich warb in diesem Zusammenhang für Industriestandorte im Rheinischen Revier.

 

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Maximilian Erb, NRW-Bank; Horst Ninnemann, Leiter Forschung/Entwicklung; André Moreira, Geschäftsführer; Guido van den Berg MdL; Thomas Raueiser, NRW- Bank.