„Belastung der Bevölkerung durch das Wiesencamp nicht mehr tragbar.“

Beratung im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags zeigt deutlich, dass sich die Bevölkerung des Umsiedlungsorts Morschenich durch das „Wiesencamp“ bedroht fühlt.

Der Innenausschuss hat erneut die Gewalt im Hambacher Forst beraten. Dort berichtete der SPD-Landtagsabgeordnete Guido van den Berg über ein Gespräch, das er mit dem mit dem Morschenicher Ortsvorsteher Michael Dohmes (CDU) führen konnte. Dieser hatte nachdrücklich die Verängstigung der noch in Morschenich-Alt verbliebenen Bevölkerung, durch Personen aus dem Wiesencamp und dem Hambacher Forst, geschildert hatte. Dabei sei besonders zu beach-ten, dass vor allem der ältere Teil der Bevölkerung noch nicht umgesiedelt sei und dieser sich in den letzten Monaten in ihrer alten Heimat nun besonders unwohl fühle. Verbreitet sei die Furcht der Menschen im Ort, dass die Waldbesetzer dazu übergehen könnten die verlassenen Häuser der Ortschaft zu besetzen. „Es ist traurig, dass eine Dorfgemeinschaft die mit zeitweise 120 Flüchtlingen im Ort ein gutes Miteinander entwickeln konnten, jetzt unter den Waldbesetzern und Campbewohnern leiden muss“, betont van den Berg.

Die Bevölkerung in Morschenich ist vor allem verängstigt, da von Menschen vom Wiesencamp in leestehende Gebäude eingebrochen würde, um gesperrte Wasseranschlüsse wieder in Betrieb zu neh-men. Auch werde offenbar Baumaterial gesucht. Zudem würde die Bevölkerung um Wasser angebettelt und von den Waldbesetzern angepöbelt. Auf den Straßen um Morschenich seien vermummte Perso-nen unterwegs und in Nachtstunden seien auch Vermummte im Ort gesichtet worden. Zudem sei Obst aus den Gärten der verbliebenen Bewohner gestohlen worden. Aus Angst vor Fallen trauen sich die meisten Morschenicher auch nicht mehr in den Wald. Gleichzeitig gebe es viele Tage an denen Polizeihundertschaften das Dorf durchqueren müssten, um zu Einsätzen im Hambacher Forst zu gelangen.

Guido van den Berg erklärt: „Die zunehmende Gewalt im Hambacher Forst und das Eindringen von Vermummten in den Umsiedlungsort wird von der Bevölkerung, die den schwierigen Schritt der Umsiedlung vor sich hat, als zusätzliche unwürdige Belastung empfunden. Da sich gerade die Umsiedler aktuell für teilweise sehr kleinteilige Verbesserungen am neuen Umsiedlungsort Morschenich einsetzen, gibt es zudem Kopfschütteln darüber, wie viel Geld die zahllosen massiven Polizeieinsätze im Umfeld des Hambacher Forstes und des Wiesencamps kosten. Das Steuergeld wäre in Neu-Morschenich besser investiert.“

Der SPD-Landtagsabgeordnete Guido van den Berg begrüßt die erneute eindeutige Klarstellung im schriftlichen Bericht des Innenministeriums zu der Sicherheitslage in Morschenich-Alt, wie man nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Bezug auf eine Räumung des Wiesencamps vorgehen will:

„Sobald das Urteil Bestandkraft hat, wird von hiesiger Seite erwartet, dass das zuständige Bauordnungsamt des Landrates Düren entsprechende Maßnahmen veranlasst. Sofern die Behörde um Vollzugshilfe durch die Polizei ersucht, wird diese durch die zuständige Polizeibehörde gewährt werden.“

„Damit ist klar, dass nach Rechtskraft des OVG-Urteils, der Dürener Landrat am Zuge ist und schnell Hilfe der Polizei für eine Räumung erhalten wird“ stellt Guido van den Berg fest.